Karl Kraus übte in der Fackel heftige Kritik an der Korruption von Politik und Pressewesen,
den Verflechtungen von Zeitung und Finanzpolitik, der von der Presse gesteuerten
Börsenspekulation und dem korrupten Inseratenwesen. Mit dem gezielten Arrangieren von
Fremdzitaten aus der Tages- und Wochenpresse versuchte er, dem österreichischen Zeitungswesen
manipulatorische und subjektive Berichterstattung und massive Einflussnahme nachzuweisen.
In den 922 Nummern der Fackel wurden alle direkten Zeitungs- und Zeitschriftennennungen
sowie alle erkennbaren Referenzen auf periodische Werke mit Hilfe eines der inneren
Struktur des Textes angepassten Auszeichnungsschemas erfasst. Alle markierten Einträge
werden in einer speziell dafür adaptierten Zeitungsdatenbank gespeichert und mit Metadaten
gemäß internationalen Standards versehen. Die Datenbank umfasst derzeit eine Gesamtzahl von
mehr als 1100 Zeitungen und Zeitschriften beruhend auf einer Anzahl von über 32000 markierten
Einträgen. Durch die zusätzliche Kennzeichnung von Zitaten aus Periodika ergibt sich die
Möglichkeit einer eindeutigen Fremdtextzuweisung und die Illustration der eingesetzten
Montagetechnik von Zitat und kritischem Fackeltext.